[Gelöst] Wie Du 2019 in Deutschland sicher Kodi schauen kannst

Zuletzt am Mai 28, 2019 von Joel Timothy aktualisiert

Kodi TVKodi ist ein kostenloser und leistungsstarker Open-Source-Mediaplayer mit einer lebendigen Fangemeinde. Als einer der besten auf dem Markt lässt er dich dein Home-Entertainment-System ganz neu erleben – mit erstklassigen Organisations- und Online-Streaming-Funktionen.

Seine große Stärke ist die Kompatibilität: Er läuft unter Windows, Mac, Linux, Android, iOS, Firestick und anderen Betriebssystemen.

Allerdings sorgte Kodi in den letzten Jahren mit Urheberrechtsverletzungen für viele negative Schlagzeilen. Im vorliegenden Beitrag gehen wir auf viele der im Raum stehenden Fragen zu Sicherheit und Legalität ein.

Auf Kodi streamen

Kodi organisiert nicht nur deine lokalen Inhalte. Mithilfe von Plugins können auch Online-Inhalte gestreamt werden. Diese als Kodi-Addons bekannten Plugins haben der Plattform zu ihrer heutigen Beliebtheit verholfen.

Es gibt offizielle Kodi-Addons und (nicht offizielle) Kodi-Addons von Drittanbietern.

Offizielle Kodi-Addons

Die offiziellen Kodi-Addons werden von der XBMC Foundation, dem hinter Kodi stehenden Team, geprüft. Sie fördern in keiner Weise die Verletzung von Urheberrechten. Es handelt sich um einen weiteren Kanal zum Streamen bestehender Dienste.

Für diese Addons benötigt man meistens ein Abonnement, viele sind aber auch kostenlos.

  • iPlayer WWW (BBC iPlayer)
  • Crackle
  • YouTube
  • SoundCloud
  • Vimeo
  • Twitch
  • Dailymotion, etc.

Offizielle Kodi-Addons sind leicht zu installieren. Sie sind im offiziellen Addon-Repository von Kodi zu finden.

Kodi-Addons von Drittanbietern

Kodi-Addons von Drittanbietern sind nicht verifiziert. Kodi verifiziert keine Apps, wenn die Entwickler sie nicht zur Prüfung einreichen oder wenn sie dem Nutzer das Streamen urheberrechtlich geschützter Inhalte ermöglichen.

Verschiedene Entwickler aus allen Teilen der Welt stellen Drittanbieter-Addons her. Da es sich um eine Open-Source-Software handelt, müssen sie sich nicht mit Kodi zusammenarbeiten. Heute gibt es mehr als tausend Kodi-Addons. Sie eignen sich zum Streamen von Live-Sportübertragen, Live-TV, Filmen, Fernsehserien, Musik, Dokumentationen etc.

Drittentwickler besitzen jedoch keinerlei Rechte an den Inhalten, die sie zur Verfügung stellen. Vielmehr suchen sie im Internet nach Links. In den meisten Fällen sind diese Links illegal. Das hat die Debatte um die Legalität von Kodi entfacht.

Illegales Streamen auf Kodi

Streamen ist üblicherweise dann illegal, wenn Drittanbieter-Addons verwendet werden. Deshalb ist es immer ratsam, auf ein zuverlässiges VPN zurückzugreifen.

Inhaltsproduzenten gehen ebenso wie Urheberrechtsorganisationen gegen illegales Streamen über Kodi vor. ISP, insbesondere in Großbritannien, sind angewiesen, illegale Links zu sperren. Die ISP haben außerdem ihre Überwachungstätigkeit intensiviert. Regierungen erlassen Gesetze über die Aufbewahrung von Daten zur Überwachung der Internetnutzung und zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen.

Illegales Streamen – die Rechtslage

Der Kampf gegen illegales Streamen erreichte ein neues Niveau, als in Großbritannien der Digital Economy Act 2017 erlassen wurde. Nach diesem Gesetz drohen jedem, der Kodi, Torrents oder Webseiten zum illegalen Streamen von Fernsehserien, Filmen und Sportveranstaltungen nutzt, bis zu zehn Jahren Gefängnis.

Bis jetzt wurde allerdings noch keine Kodi-Nutzer verhaftet. Die größte Aufmerksamkeit gilt den Verkäufern vorkonfigurierter Kodi-Boxen.

In den meisten Regionen, so auch in den USA, in Kanada und in Australien, ist die Rechtslage zum Streamen urheberrechtlich geschützter Inhalte nicht eindeutig. Klar ist nur, dass das Verkaufen und Verbreiten von urheberrechtlich geschütztem Material gegen das Gesetz verstößt und man dafür im Gefängnis landen oder mit empfindlichen Bußgeldern belegt werden kann.

DMCA-Hinweise

Viele Kodi-Nutzer erhielten DMCA-Hinweise wegen des Verwendens von Drittanbieter-Addons zum Streamen illegaler Inhalte. Wenn du Inhalte streamst, können dein ISP, Urheberrechtsorganisationen und andere deine IP-Adresse identifizieren.

Urheberrechtsorganisationen sind sehr daran interessiert, ihre Interessen zu schützen. Üblicherweise versenden sie DMCA-Hinweise an ISP, deren IP-Adressen zum illegalen Streamen verwendet wurden. Dein ISP kann dich dann mühelos identifizieren und dir den DMCA-Hinweis sowie eine schriftliche Verwarnung übersenden.

Vorkonfigurierte Kodi-Boxen

Unter vorkonfigurierten bzw. vollständig konfigurierten Kodi-Boxen versteht man Android-Geräte, auf denen Kodi und verschiedene Kodi-Addons von Drittanbietern vorinstalliert sind.

Anders als das illegale Streamen, das nach wie vor im rechtlichen Graubereich liegt, stellt der Verkauf dieser Boxen eine Straftat dar. Verkäufer wurden bereits verhaftet, angeklagt und zu empfindlichen Geldstrafen verurteilt.

Amazon ist dem Kampf ebenfalls beigetreten und hat den Verkauf von Boxen auf der Plattform gesperrt. Amazon warnt, dass jedem, der illegalen Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Inhalte „fördert, erleichtert oder ermöglicht“, die Sperrung des Accounts droht. Facebook und andere Plattformen haben sich dem angeschlossen.

Ist Kodi legal?

Ursprünglich sind auf Kodi keine Inhalte oder Erweiterungen installiert. Standardmäßig organisiert das Tool deine lokalen Inhalte auf einem Gerät oder auf einem lokalen Netzwerk. Außerdem werden die dazugehörigen Metadaten – Beschreibungen, Posts, Covers etc. – gescannt und hinzugefügt.

Als Tool kann Kodi, wie ein Laptop auch, unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Kodi ist also vollkommen legal. Wenn du das Programm zum vorgesehenen Zweck verwendest, bekommst du keine Probleme.

Natürlich hat sich die XBMC Foundation von den Addons zwielichtiger Drittanbieter distanziert. Im Jahr 2014 erklärte sie, Kodi sei „…in seiner unveränderten Form absolut legal, doch bestimmte Addons bringen Unklarheit.“

Die Verwendung von Drittanbieter-Addons zum illegalen Streamen urheberrechtlich geschützter Inhalte ist illegal.

Ist Kodi sicher?

Für sich genommen ist Kodi sicher. Werden jedoch verschiedene Kodi-Addons und Repositories von Drittanbietern installiert, kommt es zu Problemen.

Es gibt viele Kodi-Addons von Drittanbietern für die unterschiedlichsten Zwecke. Keines davon wird jedoch einer Prüfung unterzogen. Beschließt ein krimineller Entwickler, einen Code zu ändern, kann das die Sicherheit deiner Daten und Geräte gefährden.

Davon sind im Allgemeinen veraltete Addons betroffen: Kodi-Addons werden automatisch aktualisiert. Ein arglistiger Entwickler kann das ausnutzen – Datendiebstahl und Malware sind weit verbreitet. Daher ist es ratsam, alle veralteten Addons und Repositories zu löschen.

Hier eine Zusammenfassung der Gefahren, die bei der Verwendung von Kodi drohen:

  • Man-in-the-Middle-Angriffe:
    Diese Angriffe sind einfach durchzuführen. Zum Glück sind sie nicht sehr häufig. MITM-Angriffe können während der Aktualisierung von Addons gestartet werden, da dieser Prozess über unverschlüsselte HTTP-Verbindungen stattfindet. Im Allgemeinen wird dabei dein unverschlüsselter Traffic abgefangen.
  • Schädliche Addons:
    Die größte Sicherheitsbedrohung für Kodi-Nutzer. Addons können auf Geräten Codes ausführen und dadurch Berechtigungen erhöhen. Das ermöglicht den Diebstahl von Zugangsdaten oder sogar die Installation von Malware.
  • Von vorinstallierten Kodi-Boxen ausgehende Gefahren:
    Eine Box, in der Kodi-Addons und Drittanbieter-Addons vorinstalliert sind, kann ebenfalls Malware enthalten. Einige Geräte werden mit böser Absicht verkauft. Die Nutzer müssen vorsichtig sein; zur Vermeidung von Problemen wird empfohlen, die Geräte von Daten zu säubern.

Sichere und private Nutzung von Kodi

Verwende ein VPN

Virtual Private Network (VPN) Du möchtest Kodi nutzen, ohne dass dir dein ISP oder eine Urheberrechtsorganisation über die Schulter sieht. Zur Verschleierung deiner Aktivitäten brauchst du ein VPN.

Ein VPN verschlüsselt den Traffic und ermöglicht den Internetzugang über einen Remote-Server. Aufgrund der Verschlüsselung können Dritte weder die versandten noch die empfangenen Daten sehen.

Zudem verschleiert der Proxyserver deine IP-Adresse und gibt dir eine andere. Wer dich überwacht, sieht deine alternative Adresse, nicht deine richtige.

Allerdings musst du dein VPN sorgfältig auswählen, da einige für Kodi nicht geeignet sind.

Damit ein VPN mit Kodi gut zusammenarbeiten kann, ist Folgendes erforderlich:

  • Hohe Geschwindigkeiten
  • Keinerlei Protokolle
  • Ermöglichung von P2P-Traffic
  • Unbegrenzte Bandbreite

1ExpressVPN

ExpressVPN
ExpressVPN ist hervorragend für Kodi geeignet. Es erfüllt alle genannten Kriterien

Hier kannst du unsere Rezension von ExpressVPN nachlesen

2NordVPN

NordVPN
NordVPN ist ebenfalls eine hervorragende Option – und billiger.

Hier kannst du unsere Rezension von NordVPN nachlesen

Ein VPN schützt dich vor Man-in-the-Middle-Angriffen und ermöglicht dir das Umgehen regionaler Beschränkungen.

Verwende ein Virenschutzprogramm

In Kombination mit einem VPN stellt die Verwendung eines Virenschutzprogramms eine weitere Möglichkeit zur Vermeidung von Sicherheitsbedrohungen dar. Ein Virenschutzprogramm ist vor allem dann sinnvoll, wenn du eine vorkonfigurierte Kodi-Box gekauft hast. Du kannst es aber auch auf jedem anderen Gerät einsetzen und damit verhindern, dass Malware deine Daten oder Geräte beschädigt.

Lösche veraltete Kodi-Addons

Lösche schließlich – als Vorsichtsmaßnahme – in regelmäßigen Abständen veraltete Addons und Repositories.

Fazit

Kodi ist eine hervorragende Möglichkeit zum Streamen von Inhalten, vor allem dann, wenn du kabellose Lösungen bevorzugst. Du musst aber vorsichtig sein. Das Tool kann dich in Schwierigkeiten bringen.

Kodi birgt verschiedene Gefahren für dein Gerät und das lokale Netzwerk. Daher ist es wichtig, dass du deine Unterhaltungsbedürfnisse hinter deine Sicherheit und die deiner Familie zurückstellst.

Um sicher zu gehen, solltest du immer ein VPN verwenden wenn du Kodi nutzt.

Joel Timothy
Verfasst von Joel Timothy
Joel ist ein Verfechter von Online-Privatsphäre und Autor. Seine speziellen Interessen sind Cybersicherheit und Internetfreiheit. Er hilft gerne anderen, schwierige technische Fragen und Probleme im Internet zu lösen. Außerdem möchte er stets die grenzenlose Leistung des Internets maximieren.