VPN-Sicherheitsprotokolle erklärt: PPTP verstehen

Veröffentlicht von John Bennet am März 18, 2019

Recherchierst Du verschiedene VPNs bist Du bestimmt auf Unternehmen gestoßen, die PPTP in ihren Sicherheitsprotokollen auflisten. Bist Du Dir nicht sicher, was das bedeutet oder ob das für Dich relevant ist, dann bist Du hier richtig.

Ethernet
Wir erklären Dir alles, was Du über PPTP wissen musst. Danach kannst Du Dich entscheiden, ob der VPN-Tunnel Deinen Ansprüchen genügt.

Die Wahl des besten VPN-Protokolls für die schnellste Surf-Erfahrung kann ziemlich verwirrend sein. Suchst Du nach dem schnellsten Protokoll auf dem Markt, dann bist Du bei PPTP genau richtig.

Über PPTP

Was bedeutet die Abkürzung PPTP eigentlich?

PPTP ist ein Akronym für Point-to-Point Tunneling Protocol. Uff, ganz schön kompliziert! Genauer gesagt handelt es sich dabei um eine bestimmte Sprache, über die Computer anhand gewisser Richtlinien miteinander kommunizieren. Die Kommunikationsrichtlinien gestatten es den Anwendern, dass sie das eigene Netzwerk durch ein öffentliches, ungeschütztes tunneln und wie ein VPN agieren.

PPTP ist eines der ältesten VPN-Protokolle. Es wurde 1999 von Microsoft entwickelt und wird auch heute noch eingesetzt. Seit Windows 95 wird es in allen Windows-Versionen verwendet. Heutzutage unterstützen fast alle Geräte PPTP. Damit sind Desktops und mobile Plattformen gleichermaßen gemeint.

Bei PPTP halten die VPN-Tunnel eine Netzwerkverbindung aufrecht und verschlüsseln auch alle Daten, die über dieses Netzwerk transportiert werden. Im Laufe der Jahre wurde die Technologie verbessert. PPTP wurde weiterentwickelt und man hat neue und moderne Möglichkeiten für die Verschlüsselung gefunden.

PPTP ist das beliebteste, weil es das schnellste, häufigste und am einfachsten zu konfigurierende VPN-Protokoll ist.

  • Es wird unterstützt von: Windows, Mac OS X, Linux, iOS, Android, DD-WRT, Smartphones, Tablets und Router.
  • Verschlüsselung: MPPE-128 bit
  • Geschwindigkeit: 70 Mbps bei einer Breitbandverbindung mit 100 Mbps.
  • Sicherheit: PPTP ist auf keinen Fall ein sicheres VPN. Allerdings ist eine Entschlüsselung nicht einfach. PPTP ist als Alternative in Ordnung.

Wie PPTP funktioniert

PPTP verschlüsselt, authentifiziert und PPP verhandelt alle Daten, die durchgeleitet werden. Die Daten werden in einem IP-Umschlag verpackt. Die Daten werden durch einen „Tunnel“ geleitet. Jeder Router oder jede Maschine wird die weitergeleiteten Daten als IP-Pakete behandeln. Die Tunnel stellen sowohl im LAN als auch im LAN sichere Kommunikation bereit. Selbst wenn Du Dich in einem öffentlichen Netzwerk befindest, werden die Informationen sicher ausgeliefert.

PPTP Tunnel

Es gibt zwei verschiedene Tunnel-Arten:

  1. Freiwilliges Tunneling – vom Client initiiert.
  2. Erzwungenes Tunneling – vom PPTP-Server initiiert.

Sobald der Anwender seinen PPTP Client startet, wird ein Tunnel erzeugt, der eine Verbindung zum Internet Service Provider (ISP) herstellt. Das ist freiwilliges Tunneling. Initiiert der Server, dann wird das als erzwungenes Tunneling bezeichnet. Erzwungenes Tunneling setzt einen Router voraus. Bei freiwilligem Tunneling müssen keine Router, Brücken oder ein ISP involviert sein.

Das freiwillige Tunneling etabliert zwischen dem Client und dem Server eine TCP-Verbindung (Transmission Control Protocol). Sobald der Tunnel steht, kann PPTP zwei verschiedene Arten von Informationsfluss unterstützen:

  • Kontrollnachrichten, um die VPN-Verbindung zu managen. Solche Nachrichten spielen sich direkt zwischen dem Client und dem Server ab.
  • Datenpakete, die durch den Tunnel beim Client ankommen oder vom Client abgehen.

Gründe für die Nutzung von PPTP

Die Einrichtung von einem PPTP VPN ist ziemlich einfach. Du kannst auf mehreren Geräten eine sichere PPTP-Verbindung einrichten. Dazu gehören Notebooks, PCs, Router, Xbox. Smartphones und so weiter. Mit PPTP bekommst Du eine sichere Verbindung, die Dich auf drei verschiedene Weisen unterstützen kann;

network security protocols
Es verschleiert Deine IP-Adressen und transportiert Daten durch einen sicheren Tunnel. Die Daten werden übertragen, ohne dass die Performance des Servers beeinträchtigt wird. Bei PPTP brauchst Du lediglich einen Anwendernamen, ein Passwort und eine Server-Adresse, um eine zuverlässige und sichere Verbindung zu erstellen.

Ein PPTP VPN Service hilft Dir, auf Websites zuzugreifen, die auf irgendeine Weise gesperrt sind. Mit dem Service kannst Du von überall aus auf der Welt auf Deine Lieblingsfilme und Fernsehserien zugreifen. Du bekommst eine schnelle Verbindung, weil das Protokoll sehr einfache Verschlüsselung benutzt und deswegen eignet es sich perfekt für Streaming.

Es gibt aber auch einen Nachteil bei PPTP, weil es nicht das sicherste VPN ist, auf das Du setzen kannst.

Vorteile und Nachteile von PPTP

PPTP gibt es schon seit über einem Jahrzehnt. Es hat viele Vorteile bei Sicherheit und Geschwindigkeit. Allerdings gibt es auch Nachteile bei der Benutzung von PPTP. Nachfolgend findest Du die Vorteile und Nachteile beim Einsatz von PPTP.

Vorteile

  • PPTP unterstützt alle Desktop- und mobilen Betriebssysteme. Das ist der größte Vorteil von PPTP. Setzt Du Windows ein, dann unterstützt Dein Betriebssystem PPTP automatisch.
  • PPTP ist das VPN-Protokoll, das sich am leichtesten einrichten lässt. Es ist selbst für Leute einfach, die wenig Erfahrung mit der Konfiguration von VPNs haben.
  • Wegen des geringen Verschlüsselungsniveaus eignet es sich toll für Downloads, Streaming und auch sonstige Nutzung. Es ist das schnellste VPN-Protokoll. Leute setzen es zum Beispiel ein, um Inhalte von Hulu, Showtime und so weiter zu entsperren.
  • PPTP ist kosteneffizent.

Nachteile

  • Die Verschlüsselung ist auf 128-Bit limitiert und damit ist PPTP ein recht altertümliches VPN-Protokoll. Es ist ein unsicheres Protokoll. Geheime Informationen solltest Du nicht mit PPTP übertragen.
  • Geheimdienste wie die NSA können das PPTP-Protokoll knacken.
  • Die Stabilität der Verbindung hängt vom Netzwerk ab und das kann zu langsameren Geschwindigkeiten führen.
  • Es lässt sich relativ einfach von ISPs blockieren. Der Grund ist, weil es ausschließlich auf Port 1723 läuft. Weiterhin setzt es auf GRE-Pakete, die nicht Standard sind. Deswegen lassen sich solche sehr einfach identifizieren.
  • Für Online-Anonymität und Online-Sicherheit ist das Protokoll nicht geeignet.

Willst Du ein Protokoll nutzen, das sich einfach konfigurieren lässt und hohe Leistung bietet, dann könnte PPTP das richtige VPN-Protokoll für Dich sein. Das setzt aber voraus, dass ein komplett sicheres Surfen nicht Deine oberste Priorität ist. Auf jeden Fall lässt es sich sowohl zu Hause als auch für die Arbeit sehr einfach einrichten.

Wie bei allen anderen Dingen gilt auch hier: Recherchiere sorgfältig und hole genug Informationen ein. Dann kannst Du eine Entscheidung treffen, ob Du PPTP einsetzen möchtest oder auch nicht.

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John Bennet
Verfasst von John Bennet
John Bennet ist ein erfahrener Daten- und Nachrichtentechniker sowie ein plattformübergreifender Autor und Inhaltsschreiber. Er interessiert sich stark für Cybersicherheit. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit VPNs und anderen Werkzeugen für die Privatsphäre.