5 Schritte um Deine Facebook-Daten zu 100% zu löschen

Zuletzt am Mai 03, 2019 von Gray Williams aktualisiert

Viele Leute denken, sie könnten einfach online gehen und einen Löschschalter anklicken, aber tatsächlich ist es nicht ganz so einfach. Alles, was du jemals auf Facebook getan hast, wird zur zukünftigen Nutzung gespeichert. Daten und Informationen, die du für längst vergessen hältst, kursieren noch immer irgendwo auf Facebooks Servern.

Natürlich ist es sehr einfach, dein Konto zu deaktivieren, aber dadurch werden keine Daten gelöscht, damit du später dein Profil verlustfrei wiederherstellen kannst.

Würdest du dein Konto tatsächlich löschen, müsstest du, sofern du dich zu einem späteren Zeitpunkt entscheidest, zu Facebook zurückzukehren, ein völlig neues Konto anlegen. Doch das ist der Pfad zu echtem Datenschutz.

Schritt #1 Verknüpfte Apps löschen

Eine der Funktionen, die Nutzer an Facebook lieben, ist die Art und Wiese, wie die Seite sich mit anderen Anwendungen verbindet, um eine mühelose Anmeldung zu ermöglichen. Wir lassen dabei allerdings oft außer Acht, dass diese Funktion bei jeder Nutzung persönliche Informationen offenlegt, indem sie anderen Apps Zugriff auf unsere Daten ermöglicht. Facebook delete the linked appsDein erster Schritt ist es, alle mit deinem Facebook-Konto verknüpften Apps zu entfernen.

  1. Klicke auf den Pfeil in der oberen rechten Ecke deiner Profilseite.
  2. Wähle „Einstellungen“ und anschließend den Punkt „Apps und Websites“, der sich in der linken Seitenleiste befindet.
  3. Scrolle herunter zu „Präferenzen“ und „Deaktiviere“ Apps, Websites und Spiele.
  4. Sobald du diese deaktiviert hast, kannst du alle Apps löschen, die momentan mit deinem Facebook-Konto verknüpft sind.

Schritt #2 Aktivitätenprotokoll säubern

Im nächsten Schritt musst du deine digitale Datenspur entfernen. Facebook activity log

  1. Klicke auf das ausklappbare Pfeilmenü.
  2. Wähle „Aktivitätenprotokoll“.
  3. Verwende den Schalter „Bearbeiten“, um alle Aktivitäten und Likes aus deinem Aktivitätenprotokoll zu entfernen.

Schritt #3 Datensicherung

Falls dein Facebook-Konto Daten enthält, die du gerne behalten möchtest (z. B. Fotos oder Kontakte), kannst du diese manuell sichern. your facebook information

  1. Gehe erneut zum Einstellungsmenü.
  2. Klicke auf „Deine Facebook-Informationen“ und wähle die Option „Deine Informationen herunterladen“.
  3. Du erhältst anschließend eine E-Mail mit einem Link zum heruntergeladenen Archiv.
  4. Speichere das Archiv auf deinem bevorzugten Gerät.
  5. In dieser zip-Datei sollten all deine Fotos, eine HTML-Datei mit deinen Freunden und andere Daten enthalten sein.

Schritt #4 Das Konto deaktivieren

Viele Menschen verwechseln die Deaktivierung ihres Kontos mit einer Löschung, dabei sind das komplett unterschiedliche Dinge.

Facebook deactivate account

Bei einer Deaktivierung kannst du dich nach einer Pause wieder einloggen und einfach da weitermachen, wo du aufgehört hast. Wenn du dir unsicher bist, ob du dein Facebook-Konto wirklich löschen möchtest, kannst du es stattdessen deaktivieren.

  1. Gehe erneut zu den Einstellungen.
  2. Wähle „Allgemein“.
  3. Klicke anschließend auf „Konto verwalten“.
  4. Scrolle nach unten, bis du die Option zum Deaktivieren siehst.

Schritt #5 Das Konto löschen

Momentan ist es einfacher als je zuvor, dein Facebook-Konto zu löschen. Das ist ein großer Vorteil. Facebook delete account

Du musst lediglich zu „Deine Facebook-Informationen“ gehen und dann neben  „Dein Konto und deine Informationen löschen“ auf „Ansehen“ klicken.

Du wirst hier einige andere Optionen vorfinden, über die wir bereits gesprochen haben. Sobald du dein Passwort eingibst, wird dein Konto gelöscht werden. Jetzt bist du endlich frei!

Der Haken

Für den Fall, dass du deine Meinung ändern solltest, wird Facebook deine Informationen weitere 14 Tage lang aufzubewahren.

Was ist mit Facebook los?

Mit mehr als zwei Milliarden Nutzern, ist Facebook nach wie vor an vorderster Front, wenn es um Datenschutzskandale geht. Bereits 2006 beging Facebook durch die zu diesem Zeitpunkt soeben erfolgte Einführung des Newsfeeds einen Datenschutzverstoß gegen seine Nutzer. Heute interessiert es die meisten Menschen nicht mehr, dass ihr Privatleben im Feed all ihrer Kontakte übertragen wird.

FacebookIm Jahre 2011 erreichte Facebook eine Einigung mit der FTC (Bundeshandelskommission der USA) bezüglich Anschuldigungen, dass Nutzerinformationen nicht privat gehalten und die Nutzer nicht einmal darüber informiert wurden. Infolgedessen stimmte Facebook der Durchführung jährlicher, unabhängiger Datenschutzbegutachtungen im Laufe der nächsten 20 Jahre zu.

2013 wurde Facebook Opfer eines Viruses, das zur Offenlegung der Telefonnummern und Adressen von sechs Millionen Nutzern geführt hat. Ein Ubekannter benötigte lediglich eine Verbindung zu dir und eine deiner weiteren Kontaktinformartionen, um auf dein Konto zugreifen zu können.

Als im Februar 2018 ein belgisches Gericht Facebook dazu anordnete, das Online-Tracking von Nutzern einzustellen, legte das Unternehmen Widerspruch gegen diese Entscheidung ein. Gerade einmal einen Monat später, fanden Nutzer heraus, dass Facebook Kenntnis über massiven Datendiebstahl hatte und nichts tat, um diesen zu unterbinden. Die einzige Kompensation dafür war eine Entschuldigung und das Versprechen, sich zukünftig zu verbessern.

Vertraust du dem Unternehmen nach all dem noch immer mit dem Schutz deiner Daten? Die Frage ist, ob es dir wichtiger ist, dein Online-Profil zu aktualisieren oder ein gutes Maß an Privatsphäre und Sicherheit zu wahren.

Was musst du tun, um dich permanent von Facebook zu befreien?

Es braucht mehr als nur den Löschschalter

Falls du den Wunsch haben solltest, Facebook wieder zu nutzen, empfehlen wir dir, nach der 14-tägigen Löschfrist zurückzukehren, sodass alle alten Daten gelöscht sind, und in Zukunft wählerischer mit den Informationen zu sein, die du teilst.

Gray Williams
Gray Williams ist ein erfahrener Daten- und Nachrichtentechniker sowie ein plattformübergreifender Autor und Inhaltsschreiber. Er interessiert sich stark für Cybersicherheit. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit VPNs und anderen Werkzeugen für die Privatsphäre.